x
kostenloses
Probeabonnement


Sollten sie sich noch nicht bei uns registriert haben, so geben sie bitte hier ihre Email Adresse an und bestellen unser kostenloses Probeabonnement.





 Ich stimme dem Disclaimer zu!
+++ Empfehlung der Woche vom 16.01.2017 tradersreport ? Informationsvorsprung ? +++
 



Unser Börsenlexikon erklärt die wichtigsten Wirtschaftsbegriffe und Handelsphrasen rund um das Börsengeschehen. Wir erheben weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Kopierrechte der jeweiligen Definitionen. Für die Erstellung des Börsenlexikons haben wir uns u.a. öffentlich zugänglichen Quellen bedient. Einige Erklärungen können sie in sehr aus- führlicher Form bei Wikipedia tiefgründig erforschen.


A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

Aasgeld

In alten Dokumenten eine Ausgabe, um Futter für Tiere zu kaufen. Das Aas (ohne Mehrzahl) ist ein ehedem gebrauchtes Wort für Viehfutter. Früher die einmalige oder laufende Zahlung dafür, dass man von der Fronpflicht (soccage duty, corvée) befreit wird, Viehfutter, in erster Linie Hafer, Hirse (ehedem als geschälte Frucht auch [der] Brein genannt) und Heu an die Herrschaft gegenständlich zu liefern. Siehe Befreiungsgeld, Freikaufgeld, Frongeld.


Abgaben / Rückversicherungsbeiträge (Bilanz)

Dieser Posten kommt in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Versicherungsunternehmens vor. Rückversicherungsbeiträge sind Gelder, die an Rückversicherer ausgezahlt werden. Rückversicherungsunternehmen, sind Firmen, die Versicherungsunternehmen Versicherungen anbieten. Bei der Bilanzierung eines Rückversicherers entfällt dieser Punkt.


Abfindung

Wird eine Aktiengesellschaft von einer zweiten übernommen, so ist die kaufende Gesellschaft verpflichtet, den freien Aktionären eine Abfindung anzubieten. Dies kann in Form eines Aktientauschs geschehen, d.h. dass die Aktionäre des übernommenen Unternehmens Aktien der kaufenden Gesellschaft oder eine Barabfindung erhalten.


Abgeld

Bei der Ausgabe neuer Wertpapiere gegebenenfalls sich ergebender Abschlag, meistens in Prozent ausgedrückt, um den der Ausgabekurs unter dem entsprechenden Normpreis, in der Regel dem Nennwert, liegt (Disagio). Das Gegenteil ist das Aufgeld oder Agio.


Abgeltungsteuer

Ein einheitlicher Steuersatz auf jederart Kapitalerträge (vor allem Zinsen und Dividenden) sowie Gewinne aus der Veräusserung von Finanzprodukten. -Wie die Erfahrung lehrt, spielt (was in den Modellen der Finanztheorie in aller Regel grosszügig vernachlässigt wird) die steuerliche Belastung einer Investition eine (wenn nicht sogar die allein) ausschlaggebende Rolle. Daher sind alle Fragen um die steuerliche Belastung von Geschäften im Finanzmarkt zu dessen Belebung, Gestaltung, Sicherung und Kräftigung von ganz entscheidender Bedeutung. Siehe Finanzmathematik, Flat Tax, Groll-Effekt, Spekulationsteuer, Tobin-Steuer.


Abnutzung

Bei Münzen der Gewichtsverlust durch den Gebrauch im Zahlungsverkehr, auch Abreibung (abrasion) genannt. -Bei den früher in Europa umlaufenden Goldmünzen wurde die Abnutzung jährlich mit ein sechstel Prozent, bei Silbermünzen etwa ein viertel Prozent angegeben. Bei Scheidemünzen aus Kupfer lag die Abnutzung wegen der rascheren Umlaufsgeschwindigkeit dieses Geldes um etwa das Zehnfache höher als die Abnutzung bei Silberstücken. Siehe Abmangel, Auswurfgeld, Doublé-Münze, Geschaugeld, Katzengeld, Münzpflege, Passiergewicht, Remedium, Scheidemünze, Wardein.


Abrufrisiko

Bei einer Bank die Gefahr, dass Kreditnehmer ungeplant ihnen eingeräumte Kreditlinien in Anspruch nehmen (im Aktivgeschäft) oder in unerwartet hohem Umfang Einlagen abgezogen werden (im Passivgeschäft). Dadurch entsteht für das Institut ein Liquiditätsrisiko bzw. ein Refinanzierungs-Risiko, das durch entsprechende ABS-Fonds (ABS fund): Abkürzung für den Kapitalstock einer Kapitalanlagegesellschaft, in dem ein besonders hohen Anteil an forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ASB) enthalten ist. -Ende 2007 hatten deutsche Anleger rund 4 Mrd EUR in solche Fonds investiert. Siehe Verbriefungspapiere.


ABS/ Asset Backed Securities

Zur Refinanzierung verwendete, besonders geschaffene Wertpapiere, die durch einen Pool gleichartiger Vermögenswerte (beispielsweise gewährte Hypothekarkredite, Leasingforderungen, Kreditkartenforderungen oder auch durch einen Lebensversicherungsbestand; gesamthaft assets genannt) gedeckt (backed; covered) sind. Der Schuldendienst der emittierten Papiere wird aus dem Ertrag des Pools getragen wird. Bei breiter Streuung der zugrunde liegenden Risiken haftet diesen Wertpapieren gesamthaft gesehen ein geringeres Risiko an als den ursprünglich verbrieften Forderungen.Durch ABS-Transaktionen gehen Kredite aus den Bilanzen der Banken (Originatoren; originators) im Zuge einer True-Sale-Verbriefung ganz auf Anleger über. Damit werden auch die Risiken auf die Gläubiger des ABS übertragen, und bei den Banken werden wieder Kreditlinien frei. Das Instrument der ASB ist deshalb auch beim Risikomanagement der Banken von Wichtigkeit, wird aber andrerseits von den Aufsichtsbehörden mit Argusaugen beobachtet. -Asset Backed Securities sehen also in ihrer Grundform im vorhinein die Veräusserung des Vermögenswertes "Forderungsbestand" an eine eigens dafür gegründete Gesellschaft vor. Die Aufgabe dieser Zweckgesellschaft besteht ausschliesslich im Ankauf der Forderungsbestände und in deren Refinanzierung durch die Begebung von Wertpapieren, die durch den Forderungsbestand als Vermögenswert gesichert sind. -Grundsätzlich kommt den Asset Backed Securities die Eigenschaft der Notenbankfähigkeit zu. Siehe ABS-Fonds, Arrangeur, Automobil-Darlehn, verbriefte, Back-to-Originator-Postulat, Collateralised Debt Obligations, Conduit, Einzel-Originator-Verbriefung, Embedded-Value Verbriefung, Erstverlust-Tranche, Krediterweiterung, Kreditverbriefung, Private-label Asset Backed Securities, Residential Mortgage Backed Securities, Single Master Liquidity Conduit, Schuldendeckungsquote, Schuldverschreibung, gedeckte, Subprime-Krise, TrueSale- Verbriefung, Wohnungsbaukredite, verbriefte, Unterlegung, Unternehmenskredite, verbriefte, Verbriefungsstruktur, Zinseinfrierung, Zweckgesellschaft.


ABS-Fonds

Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft, die einen hohen Anteil in forderungsgesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities) darin investiert hat. -Im Zuge der Subprime-Krise mussten einzelne ABS-Fonds spürbare Werteinbussen hinnehmen. Die Verluste einzelner Fonds (als Vergleich zwischen Höchst-und Tiefstand im Jahr 2007) betrugen in der Spitze über 30 Prozent


Abschlussgebühr

Beim Verkauf von Wertpapieren auf Kundenrechnung die im Preis enthaltende Gewinnspanne der Bank bzw. des Händlers (Brokers). Der Unterschied zwischen dem heutigen Kurs von bestimmten Devisen und dem (wenn nicht anders definiert) Dreimonatskurs dieser Währung auf dem Terminmarkt. Zinsabzug (Diskont) beim Ankauf später fällig werdender Forderungen, insbesondere von Wechseln und Schecks. Die Diskontierung erfolgt in der Regel durch eine Bank. Zahlung, durch welche eine Rechnung nicht vollständig ausgeglichen wird: eine Schuldtilgung à conto (payment on account), eine Rate. Bei der Begebung neuer Wertpapiere der sich dadurch ergebende Preisnachlass (meistens in Prozent ausgedrückt), dass der Ausgabekurs unter dem Nennwert liegt, um Käufer anzulocken. Beim Handel mit Optionsscheinen der (zumeist in Prozent angegebene) Betrag, um den der Bezug der Aktie über den Weg eines gekauften Optionsscheins billiger ist als der direkte Kauf dieser Aktie (Gegenteil: Prämie). Bei einem Future bedeutet ein Abschlag (Disagio), dass der Kontraktpreis niedriger ist als der Kassapreis des zugrundegelegten Basiswertes. Beim Umtausch von Regionalgeld in das gesetzliche Zahlungsmittel (EUR) übliche Minderung der zum Rücktausch angebotenen Summe. Siehe Aktienanleihe, Aktien-Optionen, Barwert, Basis, Devisentermingeschäft, Diskont, Deduktion, Kompensation, Option, Rate, Report, Regionalgeld, Rohstoff-Terminvertrag, Spekulation, Swapsatz, Terminmarkt, Tilgung.


Abschlusstag

Bei der EZB Datum, an dem ein Abschluss (d. h. eine Übereinkunft bezüglich über eine finanzielle Transaktion zwischen zwei Geschäftspartnern) getätigt wird. -Dieses Datum kann mit dem Abwicklungstag für die Transaktion zusammenfallen (gleichtägige Abwicklung) oder dem Abwicklungstag um eine bestimmte Anzahl von Geschäftstagen vorausgehen (der Abwicklungstag wird bezeichnet als T plus Zeit bis zur Abwicklung). Siehe Abwicklungssysteme, Business Continuity Programme, Euroclear, Clearing-Haus, automatisches, Massenzahlungsverkehr, elektronischer, Trade Assignment, Überweisungssystem.


Abschreibungen (Bilanz)

Abschreibungen haben nicht direkt mit den Ausgaben eines Betriebes zu tun. Sie werden auch "AfA" genannt (Absetzung für Abnutzung). Der Begriff entspringt aus der Technik der Buchführung. Wenn eine Maschine angeschafft wird, dann muss sie bezahlt werden. Das ist die "Ausgabe". Die Ausgabe wird beispielsweise auf einem Konto eingebucht. Vom Unternehmen wird festgelegt, wie lange die Maschine der Firma dienen soll. In diesem Beispiel nehmen wir mal die Dauer von 5 Jahren an. Die Maschine soll nun 5 Jahre lang genutzt werden. Hieraus ergibt sich eine lineare Abschreibung von 20% pro Jahr. Bei einem Betrag von 10.000 Euro für die Maschine, wären das 2.000 Euro Abschreibung jährlich.

Der Wertverlust der Maschine von jährlich 20% wird als Abschreibung buchtechnisch kenntlich gemacht. Nachdem die 2.000 Euro 5 Jahre abgeschrieben wurden, sinkt der Wert der Maschine auf Null und ist somit abgeschrieben. In unserem Beispiel würden somit jedes Jahr (5 Jahre lang) 2.000 Euro in der GuV abgeschrieben werden. Während also die "Ausgabe" in voller Höhe die Bilanz - in diesem Fall das Anlagevermögen berührt, nimmt die GuV nur den Teil auf, um den sich der Bilanzwert des Anlagegegenstandes entwertet: die Abschreibung.


Absicherung

Aktien und Rentenpapiere können mit Hilfe von verschiedenen Finanzinstrumenten (Futures, Optionen oder Swaps) gegenüber Währungsschwankungen abgesichert werden (siehe auch Hedging).


Absichtserklärung

Wenn nicht anders definiert, auf dem Finanzmarkt die schriftliche abgegebene Zusage einer Bank/ Unternehmen, sich an einem Engagement zu beteiligen.


Abwertung

Bezeichnet die Herabsetzung des Außenwerts einer Währung, gemessen an den jeweiligen zu den anderen Währungen bestehenden Wechselkursverhältnissen, im internationalen Handels- und Zahlungsverkehr. Im Allgemeinen kommt sie der Exportwirtschaft des entsprechenden Landes zugute, sofern die ausgeführten Waren im Ausland billiger erworben werden können. Die Importwirtschaft dagegen muss für die einzuführenden Waren mehr bezahlen, was sich auf die inländische Preisstabilität mittelfristig ungünstig auswirken kann.


Abwicklung

Wenn nicht anders definiert, die tatsächliche Erfüllung eines Zahlungsauftrags, nämlich die Überweisung von der Senderbank an die Empfängerbank Siehe Abwicklungsbestätigung, Accrual-Prinzip, Settlement


Abwicklungssysteme

Verfahren, durch welche Finanzinstitute Daten und Dokumente über Zahlungen oder Übertragungen von Wertpapieren vorlegen und untereinander austauschen. In der Regel schliessen die Verfahren auch Regeln für die Berechnung der bilateralen und multilateralen Nettopositionen der Teilnehmer ein. Durch ein solches Netting wird die Abwicklung der Transaktionen vereinfacht, indem eine grosse Anzahl einzelner Positionen auf eine geringere Zahl verkleinert wird. Die EZB ist um eine Vereinheitlichung der Systeme europaweit bemüht. Siehe Clearingstream Banking Frankfurt, (Effekten-)Girosystem, Haftungsverbund, Scheckeinzugsverfahren, imagegestütztes, Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, Trade Assignment, Verwahrstelle, Wertpapier-Abwicklungssysteme, Zentralverwahrer. Vgl. Monatsbericht der EZB vom April 2002, S. 51 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2005, S. 45 ff. (ausführliche Darstellung der verschiedenen Systeme).


Abwicklungstag

Bei der EZB Datum, an dem eine Transaktion ausgeführt wird. -Die Abwicklung kann am gleichen Tag (gleichtägige Abwicklung) oder einen oder mehrere Tage nach dem Abschluss stattfinden (der Abwicklungstag wird definiert als der Abschlusstag T plus Zeit bis zur Abwicklung). Siehe Abschlusstag.


Abzinsung

Rechenverfahren der Zinseszinsrechnung. Es gestattet die Errechnung des Barwertes (Gegenwartswertes) aus einem gegebenen Endbetrag bei gegebener Laufzeit und Verzinsung mit Hilfe des Diskontierungsfaktors. Siehe Finanzmathematik, Kapitalwert, Netto-Kapitalwert.


Abzinsungspapier

Wertpapier, dessen Erwerbspreis sich durch Abzinsung des später zurückzuzahlenden Nominalbetrags auf den Kaufzeitpunkt ergibt. Erst am Ende der Laufzeit werden die Zinsen (und Zinseszinsen) zusammen mit der Tilgung ausbezahlt. Siehe Annuitätsanleihe, Aufzinsungspapier, Commercial Papers, Finanzierungsschätze des Bundes, Nullkupon-Anleihe.


Acting in concert

Ein abgestimmtes Verhalten ("kommunikativer Koordinationsvertrag?), ohne dass dem aber eine rechtsverbindliche Vereinbarung zugrunde liegt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht betrachtet bezügliche Übereinkommen als den Vorschriften der Stimmrechts-Offenlegung unterliegend. Ein Acting in Concert liegt beim gemeinsamen Erwerb von Aktien nur dann vor, wenn ein über den Erwerb hinausgehendes gemeinsames Interesse verfolgt wird. Die Käufer müssen die Absicht haben, gemeinsam auf die Zielgesellschaft einzuwirken, z. B. um die Zielgesellschaft zu zerschlagen, den Sitz zu verlegen oder sich bei der Aufsichtsratswahl und bei der Besetzung des Vorstands der Zielgesellschaft abzusprechen. Siehe Ad-hoc- Mitteilung, Aktientausch-Übernahme, Anteileignerkontrolle, Fusionen und Übernahmen, Stimmrechts-Datenbank, Publizität, situationsbezogene, Transaktionsbonus, Übernahme- Angebot, Unternehmensübername, Verbindung, enge. Vgl. Jahresbericht 2005 der Ba- Fin, S. 177 (Zurechnungsfragen in Zusammenhang mit § 30 WpÜG), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 186 (Judikatur: Acting in Concert nur bei Absprachen über die Stimmrechts- Ausübung in der Hauptversammlung einer AG, nicht jedoch auch im Aufsichtsrat).


Actus-purus-Grundsatz

In der Geldphilosophie bezeichnet dieser (der aristotelischen Philosophie entlehnter) Begriff die Tatsache, dass Geld in sich besteht: es wohnt ihm selbst keinerlei zwingende Kraft zu irgendwelchen Handlungen bei. Geld ist weder gut noch böse. Entscheidend ist allein, welche Wahlhandlung ein Geldbesitzer mit dem Zahlungsmittel in seiner Verfügungsgewalt macht, auf welche Weise er die im Geld verkörperte Kaufkraft verwendet. Dieser Grundsatz weist klar alle (volkstümlichen) Unterstellungen zurück, denen zufolge Geld die Wurzel menschlicher Übel sei, den Charakter zerrütte und ins Verderben führe, Zufriedenheit und Erfüllung aller menschlicher Wünsche verschaffe, ja sogar den Geldbesitzer ins Glück (verstanden als Abwesenheit aller Übel und den Besitz des Guten) führe.


Additionalitäts-Prinzip

Ein Darlehnsgeber (in der Regel der Staat) leistet erst dann, wenn auch der Darlehnsnehmer seinerseits entsprechende Mittel aufbringt. Vor allem im Rahmen der Strukturförderung durch die EU (Titel XVII des EU- Vertrags) angewendet.


Ad-hoc-Meldung

Kursbeeinflussende Unternehmensmeldungen müssen von Aktiengesellschaften, deren Papiere in stärker regulierten Börsensegmenten gehandelt werden im Rahmen von Ad-hoc-Meldungen gemäß § 15 des Wertpapierhandels-Gesetzes (WphG) veröffentlicht werden. Ad-hoc-Meldungen sollen eine gleichmäßige Informationsversorgung aller Marktteilnehmer gewährleisten.


ADR (American Depository Receipts)

ADR American Depository Receipts) werden an einer Börse stellvertretend für eine Aktie gehandelt. Es handelt sich um Zertifikate, die von amerikanischen Kreditinstituten ausgestellt werden, die die zugrunde liegenden Aktie in Verwahrung genommen haben. Ein ADR kann sich auf eine, mehrere oder auch nur auf einen Bruchteil beziehen. Vor allem an amerikanischen Börsen werden ADRs stellvertretend für ausländische Aktien gehandelt. Die Aktiengesellschaft muss sich auf diese Weise nicht dem vollständigen Zulassungsverfahren der Börsenaufsicht SEC unterziehen, das ansonsten für eine Börsennotierung notwendig wäre.


Adressenausfall-Risiko

In einer Kreditbeziehung allgemein die Gefahr, dass ein Schuldner seinen Verpflichtungen dem Gläubiger gegenüber (etwa durch Insolvenz) nicht mehr nachkommen kann. -Aus der Sicht einer Bank ist dieses Risiko in der Regel umso gefährlicher, je höher die Adressenkonzentration (nämlich Geschäftsbeziehungen mit nur wenigen Kunden, mit Kreditnehmern, die wirtschaftlich verbunden sind, oder die von einem gleichartigen Risikofaktor [etwa Landwirtschaftsbetriebe oder Unternehmen aus dem Bauhauptgewerbe vom Wetter] abhängen) einzuschätzen ist. Durch Messverfahren wie den Gini-Koeffizienten versucht man, das Risiko zu berechnen. Siehe Aktien, zyklische, Aktiva-Qualität, Ausfall-Risiko, Aushaftung, Baubranche, Einlagensicherung, Gini-Koeffizient, Granularität, Gruppe verbundener Kunden, Herfindahl-Hirschman-Index, Herstatt-Pleite, Intercreditor Agreement, Klumprisiko, Kontrahentenrisiko, Konzentrationsrisiko, Korrelationsrisiko, besonderes, Kreditereignis, Kreditversicherung, Kumul, Kunde, fauler, Luftpapiere, Millionenkredite, Normalverteilungs- Doktrin, Solvenzrisiko, Value-at-Risk, Wert, zyklischer, Wiedereindeckungs-Risiko. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2006, S. 35 ff. (Gefahren von Konzentrationsrisiken aller Art), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 114 (zwei Möglichkeiten der Ermittlung nach der SolvV).


Advance-Decline

Advance-Decline-Linien oder -Balken, ergeben sich aus der Differenz der Anzahl von Aktien, deren Kurse gestiegen zu Aktien, deren Kurse gefallenen sind. Sie geben keinerlei Auskunft über den Wert der Kursveränderung, sondern zeigen lediglich die Anzahl der gestiegenen, unveränderten und gefallenen Aktien in Prozent. Sie werden verwendet, um die Situation des Gesamtmarktes quantitativ zu erfassen und zu beurteilen. Sie sollte hauptsächlich in Verbindung mit einem Aktienindex genutzt werden, um eine Bestätigung zu erhalten, ob der Trend noch stimmt.


Agio

Aufgeld/Aufschlag bei Wertpapieren. Bei der Neuausgabe von Wertpapieren ist dies der

Betrag, um den der Ausgabepreis den Nennbetrag überschreitet bzw. der Betrag, um den der Börsenkurs den inneren Wert der Anlage übersteigt. Das Aufgeld (Ausgabeaufschlag), das beim Kauf vieler Fonds vom Anleger zu zahlen ist, wird als Agio bezeichnet. Das Gegenteil ist Disagio.


Agiopapiere

Anleihen, die bei Auslosung oder Kündigung mit einem Aufgeld zurückbezahlt werden. Vor allem bestimmte Unternehmensanleihen sind mit einem solchen Zuschlag tilgbar.


AIM

Der AIM (Alternative Investment Market) ist ein Segment der Londoner Börse - quasi eine britische Version des Neuen Marktes.


Aktie/ Aktien

Das Eigentum an einer Aktiengesellschaft ist in Bruchteile unterteilt, die durch Aktien verbrieft sind. Früher wurden Aktien mit einem Nennwert ausgegeben, der den nominalen Anteil am Grundkapital der Gesellschaft angab. Seit ihrer Zulassung 1998 haben sich auch in Deutschland Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) durch, die den Anteil am Grundkapital in Prozent angeben.

Aktionäre haften in Höhe des Nennwerts der Aktien und werden durch die Zahlung von Dividenden am unternehmerischen Erfolg (Gewinn) der AG beteiligt. Im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung hat ein Aktionär die Möglichkeit, über die Gewinnverwendung etc. zu entscheiden. Während Stammaktien (• Stämme) dem Besitzer ein Stimmrecht pro Aktie zusichern, haben Vorzugsaktien (• Vorzüge) kein Stimmrecht, erhalten in der Regel jedoch eine etwas höhere Dividende als Stammaktien.


Aktienanalyse

Die Aktienanalyse kann prinzipiell auf zwei Arten erfolgen.

Im Rahmen der Fundamentalanalyse wird eine Aktiengesellschaft aufgrund von Kennzahlen bewertet. Wichtigste Größen sind hierbei die Profitabilität (Erträge), die Finanzkraft (Cash-Flow / Zinsaufwendungen etc.), KGV (Kurs/Gewinn-Verhältnis), Wachstumschancen und konjunkturelle sowie fiskalpolitische Rahmenbedingungen. Mit diesen Informationen wird versucht, die Geschäftstätigkeit und deren Rentabilität zu analysieren und zu prognostizieren und daraus Kurspotential abzuleiten.

Die technische Analyse orientiert sich an der graphischen Darstellung der historischen Kursverläufe und leiten aufgrund von Indikatoren und charttypischen Formationen Aussagen über mögliche Kursentwicklungen ab.


Aktienanleihe

Aktienanleihen gehören zur Gattung der Zertifikate. Der Emittent kann dabei die Anleihe statt zum Nominalbetrag durch Lieferung einer im Vorhinein festgelegten Stückzahl einer bestimmten Aktie tilgen. Dieser Möglichkeit wird der Emittent dann den Vorzug geben, wenn der Wert des Aktienpakets geringer ist als der Nominalwert der zu tilgenden Anleihe. Die Übernahme dieser Stillhalterposition wird dem Anleger in der Regel durch einen über dem marktüblichen Zinsniveau liegenden Zinssatz honoriert. In Zeiten niedriger Zinsen kann der Anleger mit einem solchen Finanzprodukt eine über dem allgemeinen Marktniveau liegende Verzinsung seines Kapitals erwirtschaften. Bei starken Kursverlusten des Basiswertes können aber auch hohe Verluste eintreten. In der Praxis liegen die Renditen meist deutlich unter der Verzinsung.


Aktienanzahl

Die Summe aus den ausgegebenen Aktien und den Anteilscheinen, die im Unternehmen verbleiben oder im Altaktionärsbesitz sind, bezeichnet man als die gesamte Aktienanzahl eines Unternehmens. Die Aktienmenge, die im Markt erhältlich ist, d.h. nicht von einzelnen Aktionären zur langfristigen Anlage gehalten wird, nennt man den Streubesitz oder Free Float.


AktG/ Aktiengesetz

Die juristische Grundlage für Aktiengesellschaften ist das AktG. Es regelt deren Gestaltung und deren Organe (Aufsichtsrat, Vorstand, Aktionärsrechte etc.).


Aktienfonds

Investmentfonds mit überwiegender oder vollständiger Investition in Aktien nach bestimmten Kritierien. So können Aktienfonds regional orientiert sein und nur in Aktien eines bestimmten Landes oder einer Gruppe von Ländern investieren. Andere Aktienfonds legen nach Unternehmenskriterien an, zum Beispiel in Werte aus bestimmten Branchen oder in Aktiengesellschaften einer bestimmten Größe. Aktienfonds haben i.d.R. ein kurzfristig höheres Risiko, langfristig größere Chancen auf Wertsteigerungen als Rentenfonds


Aktiengesellschaft (AG)

Unternehmensrechtsform, bei der die Aktienbesitzer ihre Gesellschaftsanteile in Form von Aktien halten. Die Aktionäre bestimmen die Besetzung des Aufsichtsrats, der widerum den Vorstand bestellt. Die Aktionäre entscheiden bei Hauptversammlungen über wichtige unternehmensrelevante Fragen, wie Gewinnverwendung, Entlastung des Aufsichtsrats und Vorstands sowie über etwaige Kapitalerhöhungen, Fusionen uvm.


Aktienindex

Ein Aktienindex ist eine Kennziffer zur Darstellung der Kursentwicklung oder Wertentwicklung (Performanceindex) von Aktien. Das Verhalten eines Aktienkursindex wird vor allem durch die Kurse der im Index enthaltenen Aktien beeinflusst, aber meist auch durch eine Gewichtung der Einzelwerte. Aktienindizes unterscheiden sich vor allem durch ihre Gestaltung (Kurs- oder Performanceindex), die Anzahl der enthaltenen Papiere oder durch die Index-Gewichtung.

1.Kursindizes: Auch Preisindizes genannt, resultieren Veränderungen des Indexstand allein aus der Veränderung der Aktienkurse.

2.Performance-Indizes: Bei Ermittlung eines Performanceindex wird unterstellt, dass Dividenden und sonstige mit dem Besitz der Aktie verbundene Einnahmen, etwa aus Bezugsrechten wieder in Aktien des Index reinvestiert werden. Sie werden damit in den Indexstand mit eingerechnet.


Als Börsenbarometer liefert der Aktienindex übergreifende Informationen über die Kursent- wicklung an den Aktienmärkten. Darüber hinaus dienen Aktienindizes z.B. Managern von Investmentfonds und ihren Kunden als Benchmark (Maßstab), an der sie den Erfolg einer Anlagestrategie messen.


Aktienindex-Future

Hierbei handelt es sich um einen Future auf einen bestimmten Aktienindex. An der Deutschen Terminbörse kann z.B. ein Future auf den DAX gekauft bzw. verkauft werden. Somit erhält der Anleger die Möglichkeit, entweder bestehende Positionen auf Zeit abzusichern oder sich spekulativ zu engagieren.


Aktienkapital

Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft ist das Aktienkapital (auch: Nenn- oder Nominalkapital genannt) und umfasst den Anteil am Eigenkapital, auf den die Haftung der Gesellschafter beschränkt ist. Mit welchem Anteil sich ein Aktionär mit dem Kauf einer Aktie am Grundkapital beteiligt hat, gibt der Nennwert einer Aktie an.


Aktienmarkt

Das deutsche Börsengesetz definiert und reguliert die zwei Börsensegmente Regulierter Markt und Freiverkehr. Während der regulierte Markt ein gesetzlich (EU-Gesetz) reguliertes Marktsegment ist, stellt der Freiverkehr ein börsenreguliertes Marktsegment dar. Die Transparenzpflichten sind entsprechend im Regulierten Market wesentlich höher als im Freiverkehr.

Daneben existieren in beiden Marktsegmenten abhängig vom Börsenplatz einige privatrecht- liche Teilsegmente:

Börse Frankfurt

Im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) gibt es die Teilsegmente General Standard und Prime Standard, im Freiverkehr den Open Market und den Entry Standard. Dabei sind Prime Standard und Entry Standard jeweils die Segmente mit den höheren Zulassungsanforderungen.

Regionalbörse Stuttgart

An der Stuttgarter Börse gibt es das EUWAX-Segment (EUropean WArrant eXchange) für den Handel mit Optionsscheinen und Zertifikaten, das Segment Bond-X für Anleihen, das Segment IF-X für Investmentfonds-Anteile, das Segment Gate-M für Nebenwerte und das Segment 4-X für ausländische Aktien.

Regionalbörse München

An der Börse München gibt es mit M:access ein spezielles Nebenwerte-Segment, das sowohl auf dem Regulierten Markt als auch auf dem Freiverkehr aufbaut und jeweils zusätzliche Transparenzanforderungen stellt.


Aktienoption

Eine Option bezeichnet in der Wirtschaft ein Recht, eine bestimmte Sache zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Deshalb wird sie auch als bedingtes Termingeschäft bezeichnet. Es handelt sich ausdrücklich um ein Recht und um keine Pflicht, d. h. der Optionsinhaber, der die Option zu einem bestimmten Preis (Prämie) vom Stillhalter gekauft hat, entscheidet einseitig, ob er die Option gegen den Stillhalter (Optionsverkäufer) ausübt oder die Option verfallen lässt. Eine große Bedeutung haben Optionen im Bereich der Finanzgeschäfte.

In der Praxis muss der Basiswert bei Ausübung der Option auch nicht unbedingt geliefert werden. Häufig bezahlt der Verkäufer der Option dem Käufer gegebenenfalls einfach die Preisdifferenz. Diese Praxis wird als Barausgleich bezeichnet. Ob bei Ausübung ein Barausgleich stattfindet oder ob der Basiswert geliefert wird, wird bei Vertragsabschluss festgelegt.

Der Käufer erwirbt das Recht, hat aber nicht die Pflicht,

entweder am Ende der Laufzeit (Europäische Option und Asiatische Option)

oder während der gesamten Kontraktlaufzeit (Amerikanische Option)

oder während eines oder mehreren festgelegten Zeiträumen während der Kontraktlaufzeit (Bermuda-Option)


die Option auszuüben.


Aktiensplit

Der aktuelle Aktienbestand einer AG wird bei einem Aktiensplit in mehr Aktien aufgeteilt. Aktien mit sehr hohem Kursniveau werden dadurch optisch günstiger. Für den Aktionär ändert sich an seinem Anteil an der AG nichts, da er mehr Aktien als vor dem Split erhält.

Es kann auch der umgekehrte Fall eintreten, dass Aktien einer Aktiengesellschaft zusammengelegt werden. In diesem Fall reduziert sich die allgemeine Anzahl der Aktien um den Konvertierungsfaktor. Für den Aktionär ändert sich auch in diesem Fall

an seinem Anteil an der AG nichts.


Aktionär

Der Inhaber von Aktien einer Aktiengesellschaft (AG) und somit Miteigentümer an einem Unternehmen. Seine Beteiligung an der AG kann der Aktionär nicht kündigen. Will er die Beteiligung beenden, muss er seine Aktien in der Regel über die Börse verkaufen. Als "Großaktionär" werden Teilhaber einer Aktiengesellschaft bezeichnet, die aufgrund der Höhe ihrer Beteiligung auf die Entscheidungen der Hauptversammlung einen erheblichen Einfluss ausüben können. Die Rechte und Pflichten des Aktionärs sind im Aktiengesetz geregelt.


Aktiva (Bilanz)

Auf der Aktivseite der Bilanz wird alles, was das Unternehmen zu bieten hat und was seinen Wert bestimmt, aufgezeigt. Sie zeigt das Vermögen, aufgeteilt nach der Schnelligkeit, mit der es verfügbar gemacht werden kann. Anders gesagt: nach dem Grad der Liquidität. Für Vermögensgegenstände, die normalerweise überhaupt nicht zu Geld gemacht werden könnten, ist der Liquiditätsgrad gleich null. Ein Beispiel hierfür ist der Firmenname. Es gibt aber auch Vermögensgegenstände, deren Verkauf aus praktischen Gründen nicht in Frage kommt, weil diese Werte fest an das Unternehmen gebunden sind, wie z.B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Büroeinrichtungen usw. Die Aktivseite wird in zwei weitere Hauptposten getrennt. In das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen.


Allokation/ Allocation

Allgemein die Verteilung beschränkt zur Verfügung stehender Mittel auf verschiedene Verwendungsmöglichkeiten. Im besonderen die Zuweisung von Geld an den besten Wirt im Marktprozess. Für den Regelfall wird dabei unterstellt dass der erfolgreichste Wirt(schafter) auch den höchsten Zins zu zahlen bereit ist, weil er sehr aussichtsreiche Vorhaben finanziert bzw. Engpässe aufbricht. Siehe Anlage- Streuung, Investition.


Alpha

Das Alpha ist eine Kennziffer, welche die Out- bzw. Underperformance eines Fonds im Verhältnis zur Benchmark veranschaulicht. Dieser Wert zeigt wie weit der Fonds die Benchmark Out oder underperformed. Die Regressionslinie im Streudiagramm (Fonds gegen Index) schneidet die y-Achse auf der Höhe des Alphawertes.

Beispiel: Ein Alphawert eines Fonds von 5 bedeutet, dass der Fondsertrag 5% ist, wenn der Ertrag des Index 0 ist. Umgekehrt bedeutet, wenn Alpha 1 ist, würde der Ertrag des Fonds auch 1% sein, wenn der Ertrag des Index 0 ist. Grundsätzlich ist ein positiver Alpha-Wert sehr günstig. Je größer er ist, desto höher performed der Fonds den Index out.


Alte Aktien

Als alte Aktien werden Aktien bezeichnet, die eine volle Dividendenberechtigung besitzen, wenn eine AG neue Aktien herausgegeben hat. Alte Aktien werden daher höher gehandelt. Gegenteil: junge Aktien.


American Stock Exchange (AMEX)

Nach der New York Stock Exchange (NYSE) ist dies die zweitgrößte US-Aktienbörse in New York.


AMEX Gold Bugs

Bei verschiedenen Banken sind Turbo-Zertifikate auf den AMEX Gold Bugs erhältlich. Dieser Index umfaßt die Aktien von Goldproduzenten, die ihre Goldproduktion nicht auf Termin verkaufen und deshalb überproportional von der Entwicklung des Goldpreises abhängig sind. Im AMEX Gold Bugs Index sind beispielsweise Unternehmen wie Goldcorp, Newmont Mining, Freeport-McMoRan, Kinross Gold, Echo Bay Mines und Coeur D´Alene enthalten.

Spekulativ eingestellte Anleger können die Hebelwirkung noch verstärken, indem sie auf entsprechende Turbo-Zertifikate, zum Beispiel von ABN Amro, setzen. Turbo-Zertifikate gehören zu den Hebelprodukten. Diese Zertifikate erreichen eine Hebelwirkung, die das Zertifikat in beide Richtungen deutlich schneller als der Basiswert, in diesem Fall der AMEX Gold Bugs Index, bewegt. Doch Vorsicht: Turbo-Zertifikate verfallen beim Erreichen ihres Basispreises in der Regel wertlos.


Amerikanische Option

Das Optionsrecht kann bei amerikanischen Optionen während der gesamten Handelszeit ausgeübt werden.

(vgl. Europäische Option)


Amortisation

Auch im Deutschen manchmal gebrauchter anderer Ausdruck für Abschreibung. Die Tilgung einer Schuld in Teilzahlungen an den Gläubiger. Die gerichtliche Kraftloserklärung eines (verloren gegangenen) Wertpapiers. Siehe Ballon-Kredit, Balloon, Zinsen, antizipative.


Analyst

Person, die berufsmässig (möglicherweise auch vertragsmässig als Finanzjournalist bei einer Zeitung oder Zeitschrift) das Geschehen an Finanzmärkten allgemein und an der Börse im besonderen beobachtet, erklärt und bewertet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse bekanntmacht. -Analysten sind in Deutschland bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzeigepflichtig und werden überwacht. Mitarbeiter einer Bank, der für die Kundschaft und andere Abteilungen des Hauses Finanzmärkte beobachtet, begutachtet und beurteilt (sog. Sell-Side-Analysten). Grössere Banken beschäftigen oftmals einen beachtlichen Stab von (auf bestimmte Branchen, Länder oder Finanzprodukte) spezialisierten Analysten. Fachleute bei Kapitalanlagegesellschaften, welche die zur jeweiligen Zielrichtung des Fonds geeignete Zusammensetzung des Portfolios erforschen und entsprechende Empfehlungen an das Fondsmanagement abgeben (sog. Buy-Side-Analysten).


Analysten-Rating

Analysten großer Bankhäuser bewerten Aktien und sprechen daraufhin Empfehlungen für oder gegen einen Kauf dieser bewerteten Aktien aus. Je nach Größe des Bankhauses bzw. Ansehen des Analysten können diese Ratings großen Einfluss auf den Kurs der Aktie haben. Im amerikanischen Markt sind dabei vor allem Morgan Stanley, Goldman Sachs, Solomon Smith Barney und Lehman Brothers zu nennen. In Deutschland werden solche Empfehlungen hauptsächlich von den großen vieren (Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank), sowie von den Landesbanken gegeben. Jedes Bankhaus benutzt dabei zumeist eine eigene Terminologie zur Bewertung der Aktie.

Dabei sind die bekanntesten Ratings:

- Strong Buy = unbedingte Kaufempfehlung
- Buy = Kaufempfehlung
- Hold = Halten
- Sell = Verkaufsempfehlung
- Strong Sell = unbedingte Verkaufsempfehlung

Darüber hinaus gibt es u.a.:

- Accumulate = Akkumulieren (d.h. bei einem kurzfristigen Rückgang nach-/zukaufen)
- Outperform = Schätzung, dass sich die Aktie im angegebenen Zeitraum besser entwickeln
  wird als der Index.


Anlagegrenzen

Gemäß des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) darf ein Fonds in Wertpapieren einer einzelnen Adresse/Ausstellers nur maximal fünf Prozent, in Ausnahmefällen bis zu zehn Prozent, des Fondsvermögens investieren. Dadurch soll die Grundidee des Investmentsparens, die Risikostreuung durch eine Vielzahl von Anlagen, Rechnung getragen werden.


Anlagegrundsätze

Dies sind Richtlinien eines Investmentfonds, in denen festgelegt ist, in welche Werte und Anlagearten dieser investieren darf und welche Mindest- bzw. Höchstanteile einzelner Werte erworben werden dürfen.


Anlagepolitik

Durch das Portfolio-Management festgelegte Maßnahmen zur Gestaltung des Investment-Vermögens. Neben der Beachtung der Anlagegrenzen des KAGG setzt sich das Portfolio-Management Anlageziele, z.B. einen Referenzindex wie den Deutschen Aktienindex (DAX) zu schlagen. Durch Kauf/Verkauf von Wertpapieren sollen die meisten Fonds bei einem definierten Risiko einen möglichst hohen Ertrag erzielen. Die Anlagepolitik wird zunächst für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Im Einzelnen werden Entscheidungen über die Auswahl der Wertpapiere, den Zeitpunkt der Anschaffung, die Anlagedauer sowie Absicherungen gegen Kursverluste getroffen. Die Anlagepolitik deutscher Fonds muss im Rahmen gesetzlicher und vertragsmäßiger Vorschriften sein.


Anlagevermögen (Bilanz)

Die Daueranlagen des Unternehmens werden im Anlagevermögen aufgezählt. Dies können z. B. Maschinen oder Büroeinrichtungen der Firma sein. Allerdings fallen unter den Begriff Anlagevermögen weitaus mehrere Gegenstände. Das Anlagevermögen ist in den meisten Fällen folgendermaßen gegliedert:

- Immaterielle Vermögensgegenstände

- Sachanlagen

- Finanzanlagen

Die drei Positionen werden auch oftmals zusammengelegt und als Buchwert dargelegt, die die Substanz einer Firma widerspiegeln soll. Der Buchwert kann unterbewertet sein und ergibt somit für den Anleger die Chance, mit den Aktien einen Gewinn zu machen, falls diese Unterbewertung an der Börse irgendwann anerkannt wird.


Anleihe

Anleihen beschreiben festverzinsliche Schuldverschreibungen. Sie dienen juristischen Personen zur Finanzierung von Investitionen und existieren in unterschiedlichen Ausprägungen (Konditionen / Laufzeit / Währungen / Emittenten). Der Anleger kauft Anleihen meist zu einem Kurs von 100 % und mit einem Kupon (variabel, fest), der die Verzinsung dieser Anleihe angibt. Bei Nullkuponanleihen werden keine Zinszahlungen während der Laufzeit geleistet, sie werden je nach Laufzeit unter 100 % verkauft, während sie nach Laufzeitende zu 100 % zurückgekauft werden.


Anleihearten

Emittenten geben folgende unterschiedliche Anleihen heraus:

- Staatsanleihen sind Anleihen der öffentlichen Hand und genießen die höchste Bonität, da sie
  bei liquiden Staaten immer bedient werden.

- Kreditinstitute mit Sonderaufgaben (wie z.B. KfW) geben Schuldverschreibungen aus.

- Kommunalobligationen bzw. Pfandbriefe stammen von Kommunal- und Realkreditinstituten des
  öffentlich-rechtlichen Sektors (z.B. Landesbanken). - Von Unternehmen werden Industriean-
  leihen emittiert.

- Sonstige Schuldverschreibungen des Sparkassensektors.

- Auslandsanleihen stammen von ausländischen Emittenten und können entweder auf Euro-
  (Euro-Staatsanleihen) oder andere Währungen (Fremdwährungsanleihen) lauten.


Anleihemarkt

Der gesamte Handel mit Anleihen findet am Anleihemarkt statt. In Deutschland werden Anleihen wie auch Aktien im geregelten Markt und im Freiverkehr gehandelt. Der Großteil des Handels findet aber unreguliert im sog. OTC Markt statt. Das Verhältnis vom Handelsvolumen im Anleihe- zum Aktienmarkt beträgt seit Jahren etwa 7:1.


Announcement

Wenn nicht anders definiert, auf dem Finanzmarkt allgemein die Ankündigung eines neuartigen Finanzprodukts. Im besonderen auch die Bekanntgabe eines in Errichtung befindlichen Fonds (Subfonds, Anteilklasse) einer Kapitalanlagegesellschaft; oft mit dem Angebot an die Anleger, in diesen neu angelegten Fonds ganz oder teilweise (ohne Switchgebühr) zu wechseln. Siehe Fondsfusionen, Switcher.


Annuitätsbonds (=Annuitätsanleihen)

Die Anleihe wird bei Annuitätsbonds in festen Jahresbeträgen zurückgezahlt. Die Zahlung beinhaltet die Zinsen für das abgelaufene Jahr sowie einen Rückzahlungsbetrag (Tilgung). Im letzten Jahr der Laufzeit wird die Anleihe mit der Zahlung der letzten Rate insgesamt zurückgezahlt.


Anrechnungsverfahren

Mit der Körperschaftsteuerreform begründetes Recht des Aktionärs, die auf seine Dividende entfallene Körperschaftsteuer in vollem Umfang (nämlich in Höhe von 9/16 der Dividende) auf seine Einkommensteuerschuld anzurechnen. Ist der Aktionär nicht einkommensteuerpflichtig oder ist seine Steuerschuld geringer als das Steuerguthaben, wird ihm die Körperschaftsteuer ganz oder teilweise erstattet.


Anteile anderer Gesellschafter (Bilanz)

Anteile anderer Gesellschafter kommen einmal in der Gewinn- und Verlustrechnung vor (Fremde Anteile am Ergebnis) und einmal in der Bilanz auf der Passivseite. Die Anteile anderer Gesellschafter auf der Passivseite verstehen sich als eine Schuld an die jeweiligen Anteilseigner. Das heißt, dass das bilanzierende Unternehmen noch Verbindlichkeiten zu begleichen hat, welche an Institutionen geleistet werden müssen, die in einem Beteiligungsverhältnis mit der Unternehmung stehen.


Anteilschein

Investmentanteile/-zertifikate verbriefen die Ansprüche der Anteilinhaber gegenüber der Kapitalanlagegesellschaft. Diese haben keinen Nennwert, sondern lauten nur auf einen oder mehrere Anteile.


Anteilswert

Der Anteilswert ist der Wert des Fondsvermögens geteilt durch die Zahl der insgesamt ausgegebenen Anteile zu einem bestimmten Stichtag. Bei Ausschüttungen an die Anteilsinhaber vermindert sich der Anteilswert. Der Anteilswert von Publikumsfonds wird börsentäglich von der Depotbank unter Mitwirkung der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) ermittelt. Er ist identisch mit dem Rücknahmepreis, zu dem die KAG Fondsanteile zurücknimmt. Dieser wird zusammen mit dem Ausgabepreis veröffentlicht.


Antizyklisches (Anlage-)Verhalten

Investoren, die antizyklisch anlegen, verhalten sich entgegen dem Markttrend (prozyklisches Verhalten). Sie nutzen Börsenhochs und -tiefs, um entgegen dem Markt (antizyklisch), Wertpapiere zu kaufen/verkaufen. (Börsenhoch = Verkauf, Börsentief = Kauf).


Arbitrage

Unter Arbitrage versteht man das Ausnutzen von Preisdifferenzen für ein und dasselbe Gut. Der Arbitrageur profitiert bei Wertpapieren von unterschiedlichen Preisen zweier Börsen. Durch die hohe Markttransparenz und Realtimekurssysteme wird es bei Aktien jedoch zunehmend schwerer, massive Kursdifferenzen auszunutzen. Arbitragegewinne lassen sich bei Futures und Kassakursen erzielen, wenn hektische Kursveränderungen eines Marktes von anderen Marktteilnehmern noch nicht sofort nachvollzogen wurden. Bei Anleihen lassen sich ebenfalls solche Gewinne erzielen.


AS Fonds

AS-Fonds sind Investmentfonds zur Altersvorsorge mit gesetzlicher Verankerung (AS = Altersvorsorge Sondervermögen). Diese Fonds sehen eine schwerpunktmäßige Investition in Aktien und Immobilien vor. Alle AS-Fonds müssen mit Spar- und Entnahmeplänen angeboten werden.


Asset Allocation

Meint die Aufteilung des Kapitals auf verschiedene Investmentarten (Asset-Klassen, Währungen, Regionen). Der Ertrag und das Risiko eines Portfolios kann durch die Asset Allocation (Auswahl der Wertpapiere, sowie deren Gewichtung) bestimmt und optimiert werden.


Asset Deal

Der Erwerb eines Unternehmens durch Kauf der einzelnen Vermögensteile. Dabei werden über jeden einzelnen Vermögenswert Kaufverträge abgeschlossen (etwa über den Verkauf von Grundbesitz, Maschinen, Geschäftsausstattung, Rechte, Forderungen und auch der Intangibels wie der Goodwill). Beim Asset Deal haftet der Verkäufer für vorhandene Mängel am Kaufobjekt. -Im Gegensatz dazu steht der Share Deal. Hier kauft der Investor Geschäftsanteile (Aktien, GmbH-Anteile) und erhält die mit der Beteiligung verbundenen Rechte und Pflichten. Siehe Asset Sales Deal, Barofferte, Gift-Tablette, Fusionen und Übernahmen.


Asset Management

Der Erwerb eines Unternehmens durch Kauf der einzelnen Vermögensteile. Dabei werden über jeden einzelnen Vermögenswert Kaufverträge abgeschlossen (etwa über den Verkauf von Grundbesitz, Maschinen, Geschäftsausstattung, Rechte, Forderungen und auch der Intangibels wie der Goodwill). Beim Asset Deal haftet der Verkäufer für vorhandene Mängel am Kaufobjekt. -Im Gegensatz dazu steht der Share Deal. Hier kauft der Investor Geschäftsanteile (Aktien, GmbH-Anteile) und erhält die mit der Beteiligung verbundenen Rechte und Pflichten. Siehe Asset Sales Deal, Barofferte, Gift-Tablette, Fusionen und Übernahmen.


Asset-Price Inflation

Die Preise für Immobilien und Finanzaktiva steigen stärker an als der Index der Konsumentenpreise, was letztlich immer als Folge einer zu starken Vermehrung der Geldmenge eingeschätzt wird. Die Stabilisierung der Vermögenspreise ist aber bis anhin kein Ziel der Geldpolitik, sondern nur einer der Indikatoren, welcher der Zentralbank Hinweise über allfällige Preisrisiken liefert. Siehe Blase, spekulative, Geldschöpfung, Geldmenge, Immobilienblase, Niedrigzinspolitik, Nullzinsen, Preisstabilität Subprime-Krise, Vermögenseffekt, Zwei-Säulen-Prinzip. Vgl. Monatsbericht der EZB vom September 2004, S. 22 ff (mit Literatur-Verweisen), Monatsbericht der EZB vom April 2005, S, 53 ff. (sehr tiefgehende Erörterung, empirisch fundiert), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2006, S. 25 ff. (Vermögenspreis-Entwicklung in den USA verglichen mit anderen Zinssätzen).


Asset-Swap

Ein Swapgeschäft, bei dem ein Investor seine feste Anlage in eine variable (Festzinszahler-Swap) oder seine variable Anlage in eine feste (Festzinsempfänger-Swap) tauscht. Siehe Liability Swap.


Aufgeld

Das Aufgeld ist meist ein in Prozent ausgedrückter Wert, um den z. B. der Ausgabekurs eines Wertpapiers über einem bestimmten Normpreis, in der Regel dem Nennwert, liegt. Darunter versteht man aber auch den Betrag (in Euro oder Prozent gemessen), den der Käufer für ein entsprechendes Recht (Optionspreis, Option, Bezugsrecht) über den rechnerischen Wert hinaus bereit ist, zu bezahlen. Ist eine Aktie z.B. bei 40 Euro notiert und der Optionsschein bei einem Basiskurs von ebenfalls 40 Euro kostet momentan vier Euro, beträgt das Agio zehn Prozent.

Gegenteil: Abgeld, Disagio


Aufsichtsrat

Das für die Überwachung der Geschäftsführung einer Kapitalgesellschaft zuständige Organ. Bei Aktiengesellschaften wird dieser von der Hauptversammlung und je nach Beschäftigtenzahl der Unternehmung von der Belegschaft gewählt. Bei Aktiengesellschaften besteht er aus mindestens drei Mitgliedern, die nicht zugleich dem Vorstand angehören dürfen.

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (Bilanz)

Bezeichnen einen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung, in dem Verwaltungskosten und Provisionen für den Vertrieb des Versicherungsgeschäfts aufgeführt werden.


Aufwertung

Heraufsetzung des Außenwerts einer Währung, gemessen an den jeweiligen zu den anderen Währungen bestehenden Wechselkursverhältnissen, im internationalen Handels- und Zahlungsverkehr. Diese geht im allgemeinen zu Lasten der Exportwirtschaft des entsprechenden Landes, da die ins Ausland ausgeführten Waren dort bei sonst gleich bleibenden Verhältnissen teurer werden, während eingeführte Waren günstiger erstanden werden können.

Gegenteil: Abwertung


Ausfall/ Default

Auf dem Finanzmarkt das Ausbleiben erwarteter Zahlungen. Wenn nicht anders definiert ist bei einer Bank ein solches immer dann zu unterstellen, wenn eine wesentliche Verbindlichkeit des Schuldners gegenüber einem gruppenangehörigen Institut mehr als neunzig Tage in Verzug ist oder davon auszugehen ist, dass der Schuldner seinen Kreditverpflichtungen gegenüber dem gruppenangehörigen Institut nicht in voller Höhe nachkommen wird. Siehe Default, Herfindahl-Hirschman-Index, Kalibrierung, Kreditereignis, Kredithai, Kreditrisiko, Kunde, fauler, Rating, Risikotransparenz, Risikoprofil, Schulden, notleidende, Subprime Lending, Unterlegung, Verlust.


Ausfall-Risiko

Ausdruck für die Wahrscheinlichkeit, mit welcher das Vermögen eines Anlegers (etwa: 100 EUR) nach einer gewissen Zeit (etwa: 24 Monate) unter einen bestimmten Wert (Schwellenvermögen; threshold value) fällt. Das Ausfall-Risiko liegt gewöhnlich bei einem Aktienportfolio am höchsten; beim Sparkonto ist das Ausfall- Risiko 0 Prozent, weil der Sparzins immer positiv ist. In einer Vertragsbeziehung die Gefahr, dass die Gegenpartei einer Verpflichtung nicht nachkommt, manchmal auch Gegenparteirisiko (counterparty risk) genannt.


Ausgabeaufschlag

Von der Gesellschaft erhobene Gebühr beim Ankauf von Investmentanteilen, die die Vertriebskosten decken soll. Der Ausgabeaufschlag bei Fonds wird zumeist in Prozent des Rücknahmepreises ausgedrückt. Neuaufgelegte Fonds verzichten mittlerweile auf einen Ausgabeaufschlag.


Ausgabeaufschlag (Agio)

Eine einmalige Gebühr, die beim Erwerb von Fondsanteilen anfällt. Üblicherweise wird diese als Prozentsatz auf der Basis des Rücknahmepreises angeben. Die Höhe des Ausgabeaufschlags ist flexibel und abhängig von der Höhe der Anlage, der Art des Fonds, seiner Anlageschwerpunkte und der Vertriebstrategie der Kapitalanlagegesellschaft. Der Ausgabeaufschlag dient der Deckung der Vertriebskosten und variiert zwischen 0 und 7 %.


Ausgabepreis

Der Ausgabepreis ist der aktuelle Preis, der für den Erwerb eines Anteils an einem Investmentfonds zu zahlen ist. Dieser wird aus dem Anteilwert (Rücknahmepreis) + Ausgabeaufschlag berechnet. In der Regel wird der Ausgabepreis börsentäglich ermittelt und veröffentlicht.


Auslandsfonds

Investmentfonds, die durch Investmentgesellschaften im Ausland aufgelegt wurden. Die ausländische Gesellschaft kann dabei durchaus eine Tochter einer deutschen Kapitalanlagegesellschaft sein.


Ausländische Fonds

Steuerlich wird zwischen zugelassenen deutschen Investmentfonds sowie drei unterschied- lichen Kategorien ausländischer Fonds unterschieden:

- Registrierte Fonds, die ihre Anteile in Deutschland öffentlich anbieten dürfen

- Nicht registrierte Fonds mit Finanzvertreter, die ihre Anteile in Deutschland nicht öffentlich
  anbieten dürfen

- Alle übrigen Fonds, die ihre Anteile in Deutschland ebenfalls nicht öffentlich anbieten dürfen.

Bis auf wenige Besonderheiten werden registrierte Auslandsfonds steuerlich wie deutsche Fonds behandelt. Nicht registrierte ausländische Fonds sind gegenüber deutschen Fonds steuerlich erheblich benachteiligt. Damit ein ausländischer Fonds als registrierter Fonds gilt, muss er verschiedene Kriterien erfüllen.


Ausländische Quellensteuer

Die Erträge von Wertpapieren unterliegen in verschiedenen Ländern einer Quellensteuer. Investmentfonds, die solche Papiere in ihrem Portefeuille halten, erhalten die Erträge gemindert um diese Quellensteuer. Der Fonds kann die im jeweiligen Ausschüttungsland einbehaltene Quellensteuer nicht anrechnen. Daher wird über die einbehaltene anrechnungsfähige Steuer eine Bescheinigung ausgestellt. Damit können sich die Anleger im Rahmen ihrer Steuerveranlagung die auf die ausländischen Bruttoerträge einbehaltene Quellensteuer anrechnen beziehungsweise bei der Ermittlung des Gesamtbetrags ihrer Einkünfte auf Wunsch abziehen lassen. Eine Erstattung aufgrund eines Freistellungsauftrags oder einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung ist nicht möglich.


Ausschüttende Fonds

Investmentfonds werden generell nach ausschüttenden und thesaurierenden Fonds unterschieden. Die dem Fonds zugeflossenen ordentlichen und evtl. auch ein Teil der außerordentlichen Erträge, werden nach Ende des Fondsgeschäftsjahres, an die Anteilinhaber ausgeschüttet (bei thesaurierende Fonds nicht!). Ordentliche Erträge setzen sich bei Wertpapierfonds aus Dividenden/Zinsen zusammen. Außerordentliche Erträge enthalten den Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Die Ausschüttungen werden in der Basiswährung des Fonds je Anteil festgesetzt und veröffentlicht. Der Anteilpreis eines Investmentfonds vermindert sich am Tag der Ausschüttung um diesen Betrag. Die Höhe der Ausschüttung gibt keinen Aufschluss über die Qualität eines Investmentfonds oder seines Managements. Bei einigen Fonds existiert jeweils eine ausschüttende und eine thesaurierende Tranche. Ausschüttende Tranchen werden in der Regel als A-Anteile bezeichnet, thesaurierende Tranchen als B-Anteile.


Aussetzung

Beim Eintreten von für Investoren überraschenden Ereignissen, die sehr starke Schwankungen des Börsenkurses zur Folge haben könnten (beispielsweise Übernahmeangebote oder Konkurswarnungen), wird ein Wertpapier vom Handel ausgesetzt. Das Pausieren dient zum Schutz der Anleger und der Möglichkeit, vor Kurzschlußreaktionen erst einmal über eine Nachricht nachzudenken.


Ausübung

Wenn der Käufer einer Kaufoption (Call) die Lieferung der einer Option zugrunde liegenden Termin-Kaufposition oder der Käufer einer Verkaufsoption (Put) die Verkaufsposition entgegennimmt. -In der Regel können nur Optionskäufer Optionen ausüben; die Optionsverkäufer (Stillhalter) nehmen grundsätzlich eine passive Rolle ein. Siehe Option, Rohstoff-Terminvertrag.


Auszahlungsplan (Entnahmeplan)

Ein Auszahlungsplan ist eine getroffene Vereinbarung zwischen dem Anleger und der Kapitalanlagegesellschaft. Diese Vereinbarung bestimmt die Höhe und den Zeitabstand regelmäßiger Auszahlungen aus einem Investmentguthaben. Der Anleger kann sich die regelmäßig erwirtschafteten Erträge auszahlen lassen (= Auszahlung ohne Kapitalverzehr) oder das Investmentvermögen allmählich aufbrauchen (= Auszahlung mit Kapitalverzehr).


Außerordentliche Erträge (Bilanz)

Außerordentliche Erträge sind die Gelder, die nicht durch die ordentliche Geschäftstätigkeit erzielt wurden, also nichts mit dem operativen Geschäft zu tun haben (z.B. Verkauf von Beteiligungen, Immobilien usw.). Außerordentliche Erträge tauchen erst nach dem EBIT (falls vorhanden) in der Gewinn -und Verlustrechnung auf.


Außerordentlicher Aufwand (Bilanz)

Außerordentliche Aufwendungen sind Kosten, die nicht durch die ordentliche Geschäftstätigkeit entstanden sind (z.B. Spekulationsverluste, Beteiligungsverluste usw.). Außerordentliche Erträge tauchen nach dem EBIT (falls vorhanden) in der Gewinn- und Verlustrechnung auf.


Aval

Kreditleihgeschäft, welches jemand (in der Regel eine Bank, aber manchmal auch andere Unternehmen, etwa eine Konzernleitung) durch Übernahme einer Bürgschaft oder Stellung einer Garantie gewährt. Das heisst, dass die Bank keine liquiden Mittel, sondern ihre eigene Kreditwürdigkeit (credit-worthiness) bzw. eine Konzernmutter ihren guten Namen zur Verfügung stellt. Bei Übernahme einer Bürgschaft (surety) verpflichtet sich die Bank, für die Verbindlichkeiten des Kreditnehmers einem Dritten (etwa: anderem Institut, Finanzamt, Frachtführer, Gericht) gegenüber einzustehen. Sie ist akzessorisch (accessory), das heisst streng an die zugrunde liegende Forderung gebunden. Bei einer Garantie (guarantee, guaranty) verpflichtet sich demgegenüber die Bank, einem Dritten gegenüber für einen bestimmten künftigen Erfolg (etwa: Vorauszahlung an den Lieferanten, Gewährleistung) einzustehen. Sie ist abstrakt und daher nicht an die zugrunde liegende Forderung gebunden. Bei beiden Formen handelt es sich um Eventualverbindlichkeiten, die nach Basel-II in der Bilanz ausgewiesen werden müssen. Avalgeschäfte fallen in Deutschland unter § 1 KWG und sind daher erlaubnispflichtig. -Avalgebühr (aval fee) ist das Entgelt, das eine Bank für ihre entsprechenden Dienstleistungen in Rechnung stellt. Siehe Ausserbilanzgeschäft, Blankett, Eventualforderung, Fixed Income Arbitrage, Garantiegeschäft, Patronatserklärung.


Avers

Vorderseite einer Münze im Gegensatz zum Revers, der Rückseite.


market news






FINVIZ



Visual Chart V